Verlorenes Handwerk

Ein Haufen loser Blätter, Papier, bedrucktes Papier, geordnet in einer Mappe, zusammengehalten durch Büroklammern, mit Bostitch, Gummiband, einer Schnur, damit sie nicht durcheinander geraten, davonfliegen, wenn ein Windstoss kommt. Das ist der Zustand eines Buches, wenn es noch kein Buch ist.

Kompliziert? Nein.

Traurig? Ja.

Warum?

Ein Buch ist erst ein Buch, wenn die Seiten fadengeheftet oder billiger, verleimt wurden, einen Kartondeckel vorne und einen hinten und in der Mitte einen Buchrücken hat, mit Kapitalband unten und oben versehen wurde. Ein edleres Exemplar mit Lesebändchen ausgestattet, in Leinen eingefasst ist. Je nach dem bekommt das Buch noch einen Schutzumschlag, mit schönen, einfachen oder nichtssagenden Covern.

So lieben wir das Buch, das wir überallhin mitnehmen können. Sei es ein Notizbuch, ein Kochbuch oder ein neuer Roman.

Es macht mich aber traurig, wenn ich sogar in der Zeitung lesen muss, dass wieder eine Buchbinderei zumacht, weil die nächste Generation, obwohl diese das Handwerk des Buchbindens erlernt hat, den Betrieb nicht weiterführen will. Klar werden dort nicht die Bestseller gebunden, aber eben, vielleicht ein schönes Notizbuch, das Fotobuch einer Hochzeit oder des Geburtstages, Protokolle, Reglemente und vieles mehr.

Maschinell, ja sicher, da wird es das Buch hoffentlich noch lange geben.

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