E-books

Auf etlichen Literaturblogs ist die Diskussion um e-books entbrannt. Darf man, darf man nicht zum e-book greifen? Ist das Verrat am Buch?

Ich habe auf einigen Seiten meine Meinung dazu gegeben und ich setze mich nun auch einmal auf meinem eigenen Blog mit diesem Thema auseinander:

Was dafür spricht:

Meines Erachtens gibt es nur zwei Gründe für ein e-book, nämlich

1. dass man weniger Gewicht auf Reisen mitschleppt und gleichzeitig mehr Lesematerial mitnehmen kann und

2. man schafft wieder mehr Platz für gaaaaaanz tolle Bücher auf dem Regal

So, das war der positive Aspekt und nun komme ich zu den Punkten, weshalb ich sicher keinen Kindle oder wie die Dinger auch immer heissen mögen, anschaffen werde:

Das Ding braucht ebenfalls wieder Strom, also, wenn jeder Bücherfreak ein e-book anschafft, dann müssen wir uns gar nicht erst überlegen, ob Atomkraftwerke abgeschafft werden sollen/müssen, denn mit erneuerbaren Energien lässt sich der stetig ansteigende Stromkonsum nicht befriedigen (E-Bikes, Elektroautos etc.etc.)

Elektroschrott lässt grüssen. Die Teile halten nicht ewig und es ist wie mit allem anderen auch, das e-book wird handlicher, moderner usw. usf. und man will eines der neuesten Generation! Der Müllberg steigt und steigt.

Und so soll mein Regal denn auch nicht aussehen 🙂

Die Gilde der Buchdruckereien, der Buchbindereien, was sollen all diese Arbeiter denn tun? E-books zusammenbauen und flicken?

„Herr Stamm, würden Sie mir Ihren neuesten Roman noch signieren?“ Ja, wo denn bitte? Mit einem elektronischen Stift, am Anfang der Datei?

Und wenn ich so an meine Momente auf der Alp denke, wo ich natürlich auch gerne zu einem Buch greife, „hoffentlich ist der Akku auch wirklich geladen“, sonst ist dann ausgelesen und ich suche mit der Petrollampe oder der Kerze in der Hand nach dem Stecker in der Hütte 😉

Ich streiche gerne über ein Buch, kann mich am Einband erfreuen, am Lesebändchen, ach – da sind wir schon beim nächsten Punkt, den Lesezeichen! Können wir auch nicht mehr gebrauchen und all die anderen Bücheraccessoires auch nicht, weg damit.

Und was ist mit den wunderbaren Kinderbüchern, genauer gesagt mit den Bilderbüchern? Illustrieren die Künstler für elektronische Bücher? Macht nur halb so viel Spass, die Bilder auf dem Bildschirm anzuschauen, finde ich.

Und die Buchhändler? Was ist mit denen? Gibt es dann nur noch elektronische Buchhandlungen?

Nein, danke, allerseits. Ich bin und bleibe ein Kind des physischen Buches. Räume ich halt zwischendurch wieder einmal die Gestelle aus und verschenke Bücher, die mir nicht allzu viel bedeuten, anderen machen sie vielleicht wieder Freude.

Aber jeder soll und muss für sich selber entscheiden, was er will. Sicher hat Stephen Fry recht (klug, dieser Mann), wenn er sagt:

„Books are no more threatened by Kindle than stairs by elevators.“

Was meint ihr zu diesem Thema? Ich bin gespannt.

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7 Gedanken zu „E-books

  1. Ich finde, das ist ein bisschen zu einseitig. Es gibt aus meiner Sicht noch zwei wesentliche Vorteile: Es gibt vieles umsonst, gerade, wenn man auch englische Bücher liest. Und ich muss auf englische Bücher nicht wie sonst wochenlang warten.

    Außerdem, wenn man einen eBook Reader besitzt, dann heißt das ja nicht, das man siich keine gedruckten Bücher mehr kaufen darf.
    Ich habe seit einigen Monaten einen Kindle – obwohl ich sonst kein Technikjunkie bin. Und ich lese wahnsinnig gerne damit. Genauso gerne lese ich aber auch „richtige Bücher“.
    Der Akku hält wochenlang – ich bin noch nie ohne Saft gewesen.

    Für mich gibts kein entweder-oder, beides hat gleichberechtigt seinen Platz.

    • Wenn das so für dich stimmt, ist das absolut in Ordnung. Ich behaupte auch nicht, dass man sich keine Bücher mehr kaufen darf. Jeder muss für sich selber entscheiden.

      Was mich einfach zusätzlich stört, dass wir immer noch mehr an die Steckdose hängen und noch mehr Elektroschrott produzieren. Ich wünsche dir trotzdem weiterhin viel Spass beim Lesen mit oder ohne Kindle.

      Literarische Grüsse

  2. Jüngst konnte ich mir zum Thema selbst eine Meinung bilden, denn ich habe einen eBook-Reader in der Hand gehalten und ausprobiert. Wie erwartet, sprang bei mir kein Funke über. Sicherlich mag das Teil sehr praktisch sein, doch für mich persönlich kommt ein eBook-Reader niemals in Frage. Wie schön sind die Rituale, bevor ich wegfahre. Dann ziehe ich aus meinem Regal einige Bücher und entscheide in Ruhe, welche ich mit auf die Reise nehmen möchte. Das ist jedesmal eine besondere Freude! Und mal ganz davon abgesehen, genauso gern komme ich unterwegs mit anderen Menschen ins Gespräch, wenn man sich lesend gegenüber sitzt oder nebeneinander. Sofort erkenne ich das Buch, bei einem eBook ist das nicht der Fall. Außerdem ist Lesen für mich ein sinnliches Erlebnis. Ich liebe den Geruch des Papiers, das Geräusch des Umblätterns. Bücher lesen ist sehr lebendig, eBooks lesen hat was Lebloses, zumindest für mich.

    Buchfreundliche Grüße

    Klappentexterin

  3. Ich habe nichts gegen das E-Book, aber für mich ist es eher nichts. Gerade gestern habe ich beim Hugendubel noch davor gestanden und mich mal ein bisschen durchgeklickt, aber Lust auf diese Variante des Buches wollte bei mir nicht aufkommen.
    Ich gehöre zwar nicht zu denen, die an Büchern schnuppern oder sie sonstwie in den Stand eines Heiligtums erheben, aber ich mag gut gefüllte Regale und ich liebe den Moment am Tag, an dem ich mich auf mein Sofa setze, zu einem Buch greife und endlich mal nichts mit moderner Technik am Hut habe. In der Freizeit auch noch auf einen Bildschirm starren? Das hat für mich nichts Verlockendes.

    • Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich mag in meiner Freizeit auch nicht noch zusätzlich auf den Bildschirm gucken. Mir brennen schon so oft die Augen nach einem Arbeitstag am PC. Und da ich in einigen Dingen sehr ungeduldig bin, vermute ich, dass ich mich nerven würde, wenn dann das e-book nicht funktionieren würde.

      • Oh ja, wenn da der Akku an der spannendsten Stelle versagt, bin ich zu nichts mehr zu gebrauchen! 😀
        Ich glaube, als Student wäre ich mit so einem Ding glücklich gewesen, wenn ich mir den ganzen wissenschaftlichen Kram hätte runterladen können, aber als Freizeit- und Spaßleser bleibe ich lieber beim guten alten Buch. 🙂

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