Zur Schule gehen in Ladakh

Vor einiger Zeit habe ich über „Biblioburro“ berichtet. Bei jenem Projekt geht es darum, auch in abgelegene Gegenden Kolumbiens der Bevölkerung Bücher zugänglich zu machen. Gestern durfte ich im warmen Wohnzimmer sitzen und habe über eine unglaubliche Reise in einem Dokumentarfilm aus Ladakh gestaunt: „Das Land hinter dem Eis“ von Anne und Erik Lapied.

Was hier die Eltern, auf der Reise sind es die Väter und Onkel, für ihre Kinder anstrengen, damit diese überhaupt eine Schule besuchen können, man fasst es kaum, wenn man diesen einzigartigen Film nicht gesehen hätte.

Alle Jahre vor Schulanfang begeben sich diese Menschen auf einen gefährlichen und strapaziösen Fussmarsch, der seinesgleichen sucht. 90 Kilometer zu Fuss, fünf Tage hin und fünf Tage zurück geht die Reise über den zugefrorenen Fluss Chadar von Zanskar zur Provinzhauptstadt Leh. Dort wo das Eis zu brüchig oder sogar aufgebrochen ist, werden Kletterpartien über zum Teil bröckelige Felsen in Kauf genommen. Das jüngste Kind war gerade einmal fünf Jahre alt. Ist die Reise auch noch so anstrengend, es wird trotzdem noch gelacht und gesungen. Geschlafen wird in der eisigen Kälte draussen und in Höhlen. Die Männer tragen ausgemusterte Armeestiefel des indischen Militärs, meist sind diese zu gross und völlig ausgetreten. Wenn es sein muss, wird auch mal durch das -2 Grad kalte Wasser, ohne Strümpfe und Schuhe gewatet und dabei werden die Kinder auf den Rücken genommen.

Ich konnte kaum glauben, welche Bilder mir da entgegengeflimmert sind. Wenn ich solche Bilder sehe, dann wird mir immer wieder bewusst, wie gut es die Menschen hier haben, wo Bescheidenheit, Zufriedenheit und Demut ein seltenes Gut geworden ist.

Wer sich einige Fotos anschauen möchte, der klicke auf die Website von Anne, Véronique und Erik Lapied hier

6 Gedanken zu „Zur Schule gehen in Ladakh

    • Ich hoffe, dass du den Film auftreiben kannst. Leider kann man ihn nicht nochmals im TV anschauen, die Wiederholungen sind schon vorüber. Sonst gibt es die DVD auch noch bei Anne und Erik Lapied zu erwerben, aber ich nehme an, nur in der Originalfassung.

      Viel Glück bei der Suche.
      Liebe Grüsse buechermaniac

  1. Vielen Dank für diesen feinen Beitrag! Er liest sich erstens wunderbar, außerdem schätzen wir seinen Abschluss: “ .. wie gut es die Menschen hier haben, wo Bescheidenheit, Zufriedenheit und Demut ein seltenes Gut geworden ist.“
    Das ist der Vorteil der Weitgereisten oder auch nur wachen Lesern oder Betrachtern von dokumentarischen Berichterstattungen anderer Kulturkreise.
    Schön.

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