Der Literatur-Nobelpreis 2012 geht an…

Im engeren Feld für den Literaturnobelpreis wurde, wie schon letztes Jahr, Bob Dylan gehandelt, auch Philip Roth ist schon länger ein Anwärter. Als Favorit galt aber der japanische Autor Haruki Murakami. Die drei genannten müssen weiterhin auf den Nobelpreis warten.

Um 13.00 Uhr wurde es offiziell: den diesjährigen Literaturnobelpreis erhält

Mo Yan

Wie letztes Jahr der Lyriker Tomas Tranströmer, ist mir auch der neue Literatur-Nobelpreisträger vom Namen her unbekannt. Allerdings habe ich einen seiner verfilmten Romane gesehen, der mich in den 1980er-Jahren sehr beeindruckt hat: „Das rote Kornfeld“

Wer ist Mo Yan?

Mo Yan ist ein Pseudonym, was so viel heisst wie „der Sprachlose“, Guan Moye ist sein richtiger Name. Der Autor wurde am 17.02.1955 geboren und wuchs in Gaomi auf, das im Nordosten Chinas liegt. Seine Eltern waren, wie viele andere in diesem riesigen Land auch, Bauern. Während der Kulturrevolution verliess Mo Yan als zwölfjähriger Junge die Schule, um in der Landwirtschaft, später auch in einer Fabrik, zu arbeiten. 1976 trat er in die Volksbefreiungsarmee ein und begann Literatur zu studieren und zu schreiben. Er ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren seines Landes.

Seine Werke:

An dieser Stelle gratuliere ich dem Autor Mo Yan von ganzem Herzen und wünsche ihm alles Gute. Es werden nun hoffentlich noch andere seiner Werke neu übersetzt und aufgelegt.

(Herzlichen Glückwunsch)

15 Gedanken zu „Der Literatur-Nobelpreis 2012 geht an…

  1. Ich stelle mal wieder fest, wie eurozentriert meine Leseauswahl doch immer noch ist. Jetzt wird aber eine Lücke geschlossen, das habe ich mir dank deines Postings fest vorgenommen, liebe Büchermaniac…

    • Ja, es gibt auch ausserhalb Europas ganz tolle Literatur zu entdecken und wie du vielleicht in meiner Antwort zu Maras Frage gesehen hast, gibt es auch grossartige chinesische Autoren. So wünsche ich dir viel Spass auf der literarischen Weltreise auf andere Kontinente.

  2. Da haben wir diese Nachricht scheinbar fast gleichzeitig online gestellt! 🙂

    Ich habe mir mittlerweile die Kurzbeschreibungen zu seinen Werken angeschaut und fühle mich nicht ganz so angesprochen, was mich noch am ehesten reizt, ist die „Sandelholzstrafe“. Mal schauen. 🙂
    Politisch interessant ist die Entscheidung für ihn auf jeden Fall und ich finde die Informationen, die ich bisher über Mo Yan gelesen habe sehr interessant.

    • So sind die Lesegeschmäcker verschieden und das ist auch gut so. Viele Dinge an China mag ich nicht, aber die Filme und auch etliche Autoren, die über die Menschen in diesem riesigen Land Geschichten schreiben und geschrieben haben, haben es mir immer schon sehr angetan.

      • Das finde ich sehr interessant! Auch die Tatsache, wie sich solche unterschiedlichen Geschmacksrichtungen ergeben – mir hat es eher die französische oder auch die amerikanische Literatur angetan, genauso wie ich mich sehr zuhause in der skandinavischen Literatur fühle. So auf Anhieb fällt mit kein chinesicher Autor ein, von dem ich schon mal etwas gelesen haben könnte. Kannst du mir denn – abgesehen von Mo Yan – etwas empfehlen? 🙂

      • Mit dem grössten Vergnügen 🙂

        Ich empfehle dir Jin Ha, der mich jedes Mal begeistert und von dem ich bisher drei Romane gelesen habe, allen voran „Verrückt“, „Warten“ und schliesslich „Ein freies Leben“. Das letzte Buch hat das Schicksal einer chinesischen Emigrantenfamilie zum Inhalt, die sich nach den Unruhen auf dem Platz des Himmlischen Friedens, nach Amerika aufmacht und dort ein neues Leben beginnt. Zu sagen ist, dass der Autor seit 1985 selbst in den Staaten lebt. Die ersten beiden genannten Romanen spielen aber nur in China.

        Auch Yu Hua „Der Mann, der sein Blut verkaufte“ hat mich über alle Massen begeistert (http://www.perlentaucher.de/buch/yu-hua/der-mann-der-sein-blut-verkaufte.html).

  3. Ja, das rote Kornfeld habe ich auch gesehen. Mir gefällt sein Namenszug, den du auch geblogt hast.
    Heute im Berliner Tagesspiegel steht, dass Liao Yiwu den Friedenspreis des deutschen Buchhandels unter anderem für seine Chronik der Opfer erhalten hat.
    So oft denke ich, der oder dieser Artikel würde dich auch interessieren. Ich überlege glatt schon, ob ich mal ein paar Artikel aus dem Tagesspiegel sammel und dir zuschicke.
    Grüße von Susanne

    • Bei einem muss ich dir widersprechen, die chinesischen Schriftzeichen bedeuten ganz einfach „Herzlichen Glückwunsch“.

      Nur zu, liebe Susanne, ich erhalte gerne Post, in denen keine Rechnungen stecken 😉 Und erinnerst du dich noch, ob dir der Film auch so gut gefallen hat?

      Liebe Grüsse
      buechermaniac

      • hiihih, so ist das mit Schriftzeichen, die man nicht versteht!
        Ja, der Film hat mir sehr gut gefallen, ist er nicht mit Gong Li, der Schauspielerin aus „Leb wohl meine Konkubine“?

      • Oh, dann habe ich das – ähnlich wie Susanne – völlig falsch interpretiert. Ich war auch davon ausgegangen, dass die Schriftzeichen seinen Namen abbilden. Peinlich, peinlich … 😉

      • Ja, ich mochte die Filme auch alle. Bei „Leb wohl meine Konkubine“ habe ich den ganzen nach Hause weg vom Kino an geweint, ich war im 9.Monat schwanger und da war ich so oder so nahe an den Tränen gebaut!

    • Da hoffe ich doch, dass sich einige Kenner von Mo Yans Werken bei dir melden werden oder hier kommentieren.

      Ich persönlich kenne nur den Film „Das rote Kornfeld“, der mir ausgezeichnet gefallen hat. Vielleicht empfiehlt es sich auch das Buch zu lesen. Mich persönlich interessiert der Roman „Die Knoblauchrevolte“, vor allem auch deswegen, weil die Handlung in Gaomi spielt, wo der Autor auch aufgewachsen ist.

      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Freude beim Entdecken dieses Schriftstellers.

      Herzlich buechermaniac

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