Mit Gedichten durchs Jahr

Mit Gedichten durchs Jahr

Manche mögen sie ätzend, altmodisch oder gar langweilig finden, ich mag sie – die Rede ist von Gedichten. Die Gedichte fristen immer ein wenig ein Schattendasein. Letztes Jahr habe ich mir diese Gedichtesammlung „Mit Gedichten durchs Jahr“ Ein literarischer Kalender mit 365 Gedichten, zu Weihnachten geschenkt. Aus lauter Neugierde habe ich schon viele Gedichte im Voraus gelesen und nicht erst das entsprechende Datum abgewartet.

Die Gedichte passen zu den Jahreszeiten, zu speziellen Anlässen wie Valentinstag, wo während einigen Tagen das Thema Liebe behandelt wird, in den Sommermonaten geht es auch mal ums Faulenzen, um Venedig, die Hitze und die milden Nächte. Die Auswahl ist bunt gemischt. Neues steht neben Altem – bekannte Dichter und Autoren neben – wenigstens mir – unbekannten Dichtern. Wilhelm Busch vereint neben Heinrich Heine, Joachim Ringelnatz oder Erich Kästner, Erich Fried und Friedrich Glauser, Else Lasker-Schüler neben Ingeborg Bachmann, Roberto Bolaño und Pablo Neruda oder auch Muriel Spark, Gedichte aus Europa, aber auch aus Latein- und Nordamerika findet man in diesem Buch. Da gibt es Zeilen zum Schmunzeln und solche die zum Nachdenken anregen, lange Gedichte oder mal nur einen Vierzeiler. Die Gedichte führen buchstäblich durch mehrere Jahrhunderte. Es findet sich für jeden Geschmack etwas, sofern man sich auf Gedichte einlassen möchte.

Am Anfang des Buches steht ein Zitat, von einem der es wissen musste:

„Man soll alle Tage wenigstens ein gutes Gedicht lesen.“ Johann Wolfgang Goethe

Im Nachweis, sind alle Autoren nochmals alphabetisch aufgelistet, mit Geburts- und allenfalls Todesjahr und Geburts- und Todesort und aus welchem Werk die Gedichte entnommen wurden.

So nehme ich dieses Taschenbuch immer wieder gerne in die Hände, halte ein wenig inne und lasse mich auf das nächste Gedicht ein – vielleicht von einem Dichter oder einer Dichterin, die es noch zu entdecken gilt.

Verlag Diogenes
507 Seiten
ISBN 978-3-257-24179-2

Wie haltet ihr es mit Gedichten? Mögt ihr sie? Gibt es gar einen Dichter, den ihr besonders mögt oder gar ein Gedicht, das ihr immer wieder lesen mögt?

28 Gedanken zu „Mit Gedichten durchs Jahr

    • Liebe Sandra

      Vielen Dank für deinen Hinweis. Ich habe mir deine Rezension gleich einmal angesehen. Das ist natürlich schön, wenn man die Gedichte mit jemandem teilen kann und sich gar ein Gespräch daraus entwickelt.

      Einen schöne Sonntag wünscht dir
      buechermaniac

  1. Liebe buechermanic,

    vielen Dank für diese Empfehlung. Ich bin nicht der größte Lyrikfan aber hin und wieder begeistern mich die meist wenigen Zeilen. Das Buch hab ich fest im Blick und ich freu mich sehr, wenn auf den von mir gelesenen Blogs Gedichte vorgestellt werden.
    Viele liebe Grüße
    Die Bücherliebhaberin

    • Liebe Bücherliebhaberin

      Das freut mich sehr, dass du hin und wieder Gedichte liest. Lyrik lese ich jetzt auch nicht ständig, aber ich mag sie und lese immer wieder Gedichte. Zur Schulzeit war das nicht gerade mein Ding, da man die Gedichte auswendig lernen und vor der Klasse vortragen musste. Das empfand ich immer als Druck. Der ist nun weg und ich kann mir schön entspannt an Gedichte heranmachen🙂

      Liebe Grüsse
      buechermaniac

  2. Pingback: Bei den Dialektautoren | Literaturgefluester

  3. Ich lese regelmäßig Gedichte und gehe auch immer wieder zu Lyrikveranstaltungen, die es in Wien zum Glück sehr häufig gibt, im März wird beispielsweise die Lyrik mit einer ganzen Veranstaltungsreihe und ein paar Gedichtsonderdrucken gefeiert. Einen Lieblingsdichter, habe ich wie bei der Prosa nicht, durch die Veranstaltungen bin ich aber mit der modernen Lyrik sehr vertraut und selber schreibe ich auch keine solche, aber man schult sicher seinen Stil, wenn man sich regelmäßig damit beschäftigt. Gestern erst habe ich ein paar Gedichtbände meist von GAV-Kollegen, die sich bei mir angesammelt haben, auf meine Leseliste gesetzt, damit ich nicht auf sie vergesse.

    • Herzlich willkommen auf der „Lesewelle“ und vielen Dank für deinen Kommentar. Schön, dass sich Wien so für Lyrik engagiert, aber Wien ist ja auch eine besondere Stadt, wie ich selber, vor einigen Monaten, wieder feststellen durfte. Was mich, da ich selber noch nie eine Lyrikveranstaltung besucht habe, interessieren würde: Sind die Veranstaltungen jeweils gut besucht oder gehen da eher wenig Leute hin? Und verrätst du mir noch, was GAV heisst?

      Schöne Grüsse aus der Schweiz
      buechermaniac

      • GAV heißt Grazer Autorinnen Autorinnen Versammlung und hat mit Graz der zweitgrößten Stadt Österreichs nur insofern was zu tun, als ich da 1973 die damals jungen Dichter Handke, Jonke, Artmann, Frischmuth etc vom damals sehr konservativen PEN, was das ist, ist wohl bekannt, abgespaltet hat und ist die größte österreichiche Schriftstellerversammlung, die zum Beispiel die „Lyrik im März“ veranstaltet, dann gibt die Literaturzeitschrift „Podium“ einen Folder mit Geschichten von Podium-Autoren heraus und in der Gesellschaft für Literatur gibt es da auch immer eine Lyrik Veranstaltung. Gut besucht? Da müßte man wohl erst definieren was das ist, zwanzig bis dreißig Zuhörer würde ich schätzen, sind pro Veranstaltung wahrscheinlich da und da gibt es noch etwas sehr Interessantes, nämlich das Gerücht, daß inzwischen angeblich mehr Leute Gedichte schreiben als Gedichte lesen, was ich auch immer ein bißchen schade finde.

      • Liebe Eva

        Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die Erklärung von GAV. Zwanzig bis dreissig Zuhörer ist ja schon mal nicht schlecht für eine Lyrikveranstaltung. Lieber im kleinen Rahmen und dafür Fullhouse und aufmerksame Zuhörer. Wenn alle lieber Gedichte schreiben anstatt zu lesen, wer kauft dann noch die Lyrikbände? Da entsteht ein komplettes Ungleichgewicht. Ich stelle fest, dass es in Österreich wohl einige Literaturzeitschriften mehr gibt als in der Schweiz oder dann sind sie nur absoluten Insidern bei uns bekannt oder privat zu beziehen.

      • Von Eugen Roth habe ich übrigens vor kurzem „Gute Reise“ ein Bändchen 1954 im Carl Hanser Verlag erschienen mit einem Herrn im blauen Anzug, gelben Schal, Pfeife, roten Regenschirm auf einem Schiffchen mit Rädern durch die Luft segelnd am Umschlag, im Bücherschrank gefunden und freue mich auf das Lesen und heute Abend gibts eine Veranstaltung zu fünfundzwanzig Jahren Dialektautoren, zu der ich gehen und dann sicher im Literaturgeflüster berichten werde.

      • Das ist schön. Dann wünsche ich dir viel Vergnügen bei der Veranstaltung und werde gerne bei dir „vorbeilesen“🙂
        Vorgestern habe ich mir einige Gedichtbände aus dem Insel Verlag aus dem Antiquariat geholt und werde mal ein bisschen in den alten Büchlein lesen.

        Herzliche Grüsse
        buechermaniac

    • Wer liest Gedichte? Allgemein wird gern behauptet, sie werden nicht gelesen, da war ich aber im November bei einer Veranstaltung „Zwanzig Jahre Gedichte“ oder so, wo der Herausgeber einer Gedichtanthologie meinte, daß er mit seinem Abonnentensystem eine sehr große Auflage hat und sehr erfolgreich ist.
      Und die österreichischen Literaturzeitschriften sind mit Ausnahme des „Volltextes“, wie wir merken konnten, glaube ich wirklich eher nur den Insidern bekannt und sind auch größtenteils nur im Abonnement und bei Veranstaltungen zu beziehen. Die bekannteste sind die „Manuskripte“ in Graz von Alfred KOLLERITSCH herausgegeben. Ist das ein Begriff?
      Ich muß aber sagen, daß ich auch keine Schweizer Literaturzeitschrift nennen könnte, obwohl sich da jetzt auch einiges tut, so gibt es den Schweizer Buchpreis, zwar mit Romanen, aber der reist herum und da war ich im Herbst im Literaturhaus bei einer Veranstaltung und dann gibt es in der Alten Schmiede immer wieder Lyrik Veranstaltungen oder überhaupt Präsentation von Schweizer Literatur. So weiß ich beispielsweise, daß Elisabeth Wandeler- Deck, die ich beim einem Dichtfest kennenlernte und erst jetzt wieder bei der Präsentation der Radiokunst gehört habe, den Baseler Literaturpreis gewonnen hat und Felix Philipp Ingold hatte im Vorjahr auch seinen Veranstaltungsschwerpunkt.
      So gesehen gibt es Wien wahrscheinlich wirklich ein sehr reiches Programm und das beste ist, immer noch hauptsächlich, bei freien Eintritt. Wie ist das in der Schweiz?

      • Freier Eintritt?! Schön wärs. Ganz allgemein sind die Eintritte teuer. Wenn ich nur ans Literaturfestival „Zürich liest“ denke, wo es keinen Festival-Pass gibt, sondern für jede einzelne Veranstaltung, an verschiedenen Orten, Tickets bezogen werden müssen. Das geht ganz schön ins Geld. Es hat mich damals genervt, als das Programm im Internet aufgeschaltet war und ich Tickets für eine Veranstaltung in einem Kino bestellen wollte, wo nicht einmal die Mitarbeiter darüber informiert waren. Kürzlich habe ich gelesen, dass die „Buch Basel“ und „Zürich liest“ dieses Jahr am gleichen Wochenende stattfinden werde. Der Grund ist auf dieser Website http://www.zuerich-liest.ch/ zu finden. Ich frage mich einfach, wie das Publikum am selben Wochenende an zwei Veranstaltungsorten dabei sein können. Da gibt es doch nur entweder oder. Ich hätte auf alle Fälle keine Lust, am einen Tag hier und am anderen Tag dort zu sein.

        Ich kann mir vorstellen, dass die Eintrittspreise in der Stadt eher teurer sind, als auf dem Land oder in der Agglomeration. Aber fairerweise muss ich sagen, dass eine Lesung schlussendlich immer noch eine günstigere Angelegenheit ist als irgendein Konzert. Übers Internet gibt es in der Schweiz eine Zeitschrift „roughbooks“, die von Urs Engeler und Philipp Fries betrieben wird. Dazu gibt es auch den „roughblog“, den du hier findest http://roughbooks.wordpress.com/. Dann gibt es noch den „Literarischer Monat“ http://www.schweizermonat.ch/aktuelle-ausgabe-literarischer-monat, den man ganz selten auch mal in einer Buchhandlung findet und sonst abonnieren kann.

      • Na ja, da gibt es ja einiges, was über den Diogenes Verlag hinausgeht. Urs Engeler ist mir ein Begriff und vor einigen Jahren war die Leipziger Buchmesse auch zeitgleich mit der LitCologne angesetzt, was natürlich blöd ist, andererseits sparen die Veranstalter und können einladen, wenn man die Veranstaltungen hintereinander macht, so kommen im März nach Leipzig immer einige Autoren in die Hauptbücherei, man sonst nicht sehen würde und in Wien ist der Eintritt zur Lesefestwoche, die es im Zusammenhang mit der Buch-Wien gibt, frei und für die Messe bekommt man, glaube ich, wenn man es will, auch Gratiseintrittskarten, bzw. gibt es einen Tag, wo die Studenten und die Pensionisten freien Eintritt haben.
        Da ist, glaube ich, noch immer das Problem, daß die Leute sagen,“ Das ist ja viel kleiner als Frankfurt und Leipzig, nein dahin gehen wir nicht!“, was ja auch ein Blödsinn ist, weil der österreichische Buchmarkt natürlich viel kleiner ist.
        Ich gehe immer auf die Buch-Wien, da gibt es einen großen Schweizer Stand und viel Diogenes, aber auch Infos zum Schweizer Buchpreis und im vorigen Jahr habe ich mir ein grünes Büchlein mit „Neuen Texten aus der Schweiz“ von dort mitgenommen.

      • Für mich persönlich muss eine Buchmesse nicht riesengross sein, dass ich da hingehen würde. Man verliert eh den Überblick und kann sich auch nur für einen Bruchteil vom Angebot entscheiden, wenn die Messe so gross ist, wie in Frankfurt oder Basel. Für das Literaturfestival in Zürich informiere ich mich immer sehr genau im Programm und suche mir dann gezielt einige Schwerpunkte aus.

        Das Diogenes-Magazin habe ich nicht mehr erwähnt, weil das inzwischen sowieso die meisten kennen. Ich finde es ausgezeichnet gemacht und freue mich auf jede Ausgabe, der ich hinterher spurte.

  4. Liebe Büchermaniac, ich mag Gedichte auch sehr gern. Sowohl sprachspielerische, lustige als auch ernst gemeinte. Wo hier so schön empfohlen wird, möchte ich gern Horst Peisker empfehlen, zu ihm habe ich vor einiger Zeit auch einen Beitrag geschrieben (http://phileablog.wordpress.com/2012/10/17/der-dichter-horst-peisker/). Von den Zeitgenossen mag ich sehr gern Jan Wagner, über ihn findest du bei den Perlentauchern Info (http://www.perlentaucher.de/autor/jan-wagner.html). Und für einen ersten Überblick war „Haiku“ aus der Reihe Reclam für mich sehr lesenswert.
    Liebe Grüße
    Petra

  5. Goethe kann man nur recht geben, denn Gedichte sind etwas wunderbares, sofern sie gut und sorgfältig gemacht sind (das unterscheidet sie von der Unzahl übler Gelegenheitslyrik oder manchen schlecht gereimten Kinderbüchern, die zu lesen eine rechte Qual ist). Ein gutes Gedicht, ob es sich reimt oder einfach nur mit dem Rhythmus der Sprache spielt, kann einen durch den ganzen Tag begleiten, einem schönen Augenblick sprachlich die Krone aufsetzen oder eine dunkle Stunde aufhellen. Meine Favoriten sind zum Teil schon genannt: u.a. allen voran Joachim Ringelnatz, den ich über alles liebe, Christian Morgenstern, Erich Fried, Erich Kästner, Heinrich Heine und die kleinen Weisheiten von Eugen Roth.

    • Schön, dass du dich hier zu Wort meldest und uns deine Lieblingsdichter nennst. Dabei entdecke ich auch gleich einen Namen, den ich noch nicht kenne, nämlich Eugen Roth. Da werde ich mich mal nach den „kleinen Weisheiten“ umschauen. Ich gestehe, dass ich immer etwas Mühe habe mit den ungereimten Gedichten, aber du hast natürlich Recht, dass auch diese etwas Wunderbares offenbaren können.

      Liebe Grüsse
      buechermaniac

      • Eugen Roth ist besonders bekannt durch Gedichte, die mit „Ein Mensch …“ anfangen und alltägliche Erfahrungen und Weisheiten in die Form des humorvollen Gedichtes mit durchaus ernsthaftem Subtext bringen. Es gibt vom Sanssouci-Verlag eine kleine Auswahl mit dem Titel „Ein Mensch …“!
        Liebe Grüsse von Jarg

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