Congratulations Mr. Johnson!

Letztes Jahr konnte sich die Jury für keinen Pulitzerpreisträger in Literatur einigen, deshalb wurde er gar nicht verliehen. Dieses Jahr hingegen war die Lage eindeutig:

Der Pulitzer-Preis 2013 für Literatur wurde dem Schriftsteller Adam Johnson, für seinen Nordkorea-Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ verliehen.

Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Ich freue mich ausserordentlich für Adam Johnson, der für seinen Roman in eines der abgeschottetsten Länder gereist ist und jahrelang an diesem Werk gearbeitet hat, dass er den renommierten Preis gewonnen hat. Das Buch wird nochmals an Bedeutung und Beachtung zulegen, nachdem Nordkorea zurzeit täglich in der Presse vorkommt – leider nur mit Negativschlagzeilen.

Congratulations Mr. Johnson!

10 Gedanken zu „Congratulations Mr. Johnson!

  1. Liebe Buechermaniac,
    Danke für den Hinweis – die Preisvergabe habe ich glatt versäumt wahrzunehmen. Schätze, da war ich wohl auch vorher schon zu langsam und werde jetzt den Titel, der bisher nur am Rande auf meinem Leseradar erschien, wohl doch näher in Augenschein nehmen.
    Der Pulitzerpreis als höchster amerikanischer Literatur- und Journalismuspreis ist schon eine bemerkenswerte Auszeichnung – und die bisherigen Preisträger in der Kategorie würde ich allesamt zu den ausgesprochen lesenswerten Autoren zählen. Auch und gerade wegen der politischen Aktualität und dem hochspannenden Versuch, eine Geschichte über Freiheit und Liebe in einer absurd abgeschotteten Diktaur anzusiedeln, bin ich gespannt auf das Buch.
    Herzlich grüsst
    Jarg

    • Lieber Jarg

      Da bin ich mit dir einig, dass der Pulitzer-Preis eine bemerkenswerte Auszeichnung ist. Vor allem finde ich den Preis einmal wichtig für den Journalismus. Das zeigt doch auf, dass es nach wie vor Journalisten gibt, denen es wichtig ist, gute und fundierte Reportagen zu schreiben. Von den Pulitzer-Preisträgern in Literatur habe ich einige ausgezeichnete Romane gelesen und wurde nie enttäuscht. Ich wünsche dir auf alle Fälle spannende Stunden mit dem Buch von Adam Johnson. Der Roman hat zwar einige Längen, aber darüber sollte man hinwegsehen. Ich empfehle dir einfach, hör dir das Interview mit Adam Johnson an, das ich bei meiner Rezension empfehle, oder lies es, es ist auch abgedruckt. Du wirst den Roman nochmals anders wahrnehmen.

      Herzliche Grüsse
      buechermaniac

      • Ich bin gespannt. Das erwähnte Interview lässt jedenfalls auf gute Recherchen und einen tieferen Einblick in die regionalen Besonderhieten – um es so auszudrücken – schliessen.
        Jetzt muss ihn nur noch die Bibliothek meines Vertrauens anbieten, dann bin ich dabei … schliesslich sammle ich bereits meine Lektüreliste für die Sommerferien zusammen😉

  2. Wirkt durch die aktuelle Lage leider eher wie eine politische Entscheidung. Und damit erinnert es eher an die Manipulationen im Kalten Krieg. Über kein Land ist so wenig bekannt wie über Nordkorea, was soll dort außer – mehr oder weniger wahren – Klischees drinstehen.

    • Kann sein, dass es eine politische Entscheidung ist, ich kenne die Beweggründe der Jury nicht, dass sie sich für diesen Roman entschieden hat. Aber es ist sicher nicht falsch, wenn Nordkorea nun nicht mehr ein weisser Fleck auf der literarischen Landkarte ist. Adam Johnson hat für sein Werk jahrelang recherchiert und Dokumente gelesen, hat das Land bereist und kann gerade durch seinen Aufenthalt bestätigen, wie abgeschottet die Menschen vom Rest der Welt leben. Das scheint völlig surreal, ist aber leider die Wirklichkeit. Er hat in Interviews erwähnt, wie gastfreundlich die Bevölkerung ist. Es leben keine Monster dort und Tausende versuchen jedes Jahr über die Grenze zu fliehen, um ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Genau das wird auch in Adam Johnsons Roman beschrieben. Auf jeden Fall mag ich dem Autor den Preis herzlich gönnen.

      LG buechermaniac

      • Auf jeden Fall mag ich dem Autor den Preis herzlich gönnen

        Ähnlich glaubwürdig wie der Nobelpreis für Dr. Schiwago. Ich lasse mich nicht gerne manipulieren und werde alleine wegen dieses Preises darauf verzichten, das Buch zu lesen.

  3. Liebe buechermaniac,

    ich habe mich über diese Nachricht auch gefreut, weil ich es zum einen eine tolle Auszeichnung für ein großartiges Buch finde, zum anderen aber auch das politische Statement dahinter sicherlich ebenso bemerkenswert ist.🙂

    • Liebe Mara

      Ist es nicht toll, dass wir die deutsche Ausgabe eines gerade gekürten Pulitzer-Preisträgers lesen und besprechen durften? Auf alle Fälle sehe ich es genauso – es wird ein Autor geehrt, der etwas zu sagen hat, wenn auch in Form von Belletristik und trotzdem ist es ein sehr politisches Buch wie ich finde. Ich wünsche dem Roman ganz viele Leser, die sich nach der Lektüre noch mehr mit diesem unbekannten Land, dessen Machthaber so sehr provoziert, auseinandersetzen werden.

      LG buechermaniac

      • Liebe buechermaniac,

        ich freue mich auch, dass wir praktisch den richtigen Riecher hatten und kurz vor der Preisvergabe diesen Roman bereits gelesen habe. Genauso wie du hoffe ich auch darauf, dass er durch die mediale Aufmerksamkeit noch mehr Leser gewinnen wird. Schade fände ich es, wenn man die mögliche politische Dimension dieser Entscheidung in den Mittelpunkt rücken würde, statt sich auf die literarische Ebene des Romans zu konzentrieren. ich freue mich – genauso wie du – für den Autor und bin gespannt, was wir von ihm in Zukunft noch erwarten dürfen.

        Liebe Grüße
        Mara

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