Congratulations Mr. Johnson!

Letztes Jahr konnte sich die Jury für keinen Pulitzerpreisträger in Literatur einigen, deshalb wurde er gar nicht verliehen. Dieses Jahr hingegen war die Lage eindeutig:

Der Pulitzer-Preis 2013 für Literatur wurde dem Schriftsteller Adam Johnson, für seinen Nordkorea-Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ verliehen.

Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Ich freue mich ausserordentlich für Adam Johnson, der für seinen Roman in eines der abgeschottetsten Länder gereist ist und jahrelang an diesem Werk gearbeitet hat, dass er den renommierten Preis gewonnen hat. Das Buch wird nochmals an Bedeutung und Beachtung zulegen, nachdem Nordkorea zurzeit täglich in der Presse vorkommt – leider nur mit Negativschlagzeilen.

Congratulations Mr. Johnson!

Der Literatur-Nobelpreis 2012 geht an…

Im engeren Feld für den Literaturnobelpreis wurde, wie schon letztes Jahr, Bob Dylan gehandelt, auch Philip Roth ist schon länger ein Anwärter. Als Favorit galt aber der japanische Autor Haruki Murakami. Die drei genannten müssen weiterhin auf den Nobelpreis warten.

Um 13.00 Uhr wurde es offiziell: den diesjährigen Literaturnobelpreis erhält

Mo Yan

Wie letztes Jahr der Lyriker Tomas Tranströmer, ist mir auch der neue Literatur-Nobelpreisträger vom Namen her unbekannt. Allerdings habe ich einen seiner verfilmten Romane gesehen, der mich in den 1980er-Jahren sehr beeindruckt hat: „Das rote Kornfeld“

Wer ist Mo Yan?

Mo Yan ist ein Pseudonym, was so viel heisst wie „der Sprachlose“, Guan Moye ist sein richtiger Name. Der Autor wurde am 17.02.1955 geboren und wuchs in Gaomi auf, das im Nordosten Chinas liegt. Seine Eltern waren, wie viele andere in diesem riesigen Land auch, Bauern. Während der Kulturrevolution verliess Mo Yan als zwölfjähriger Junge die Schule, um in der Landwirtschaft, später auch in einer Fabrik, zu arbeiten. 1976 trat er in die Volksbefreiungsarmee ein und begann Literatur zu studieren und zu schreiben. Er ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren seines Landes.

Seine Werke:

An dieser Stelle gratuliere ich dem Autor Mo Yan von ganzem Herzen und wünsche ihm alles Gute. Es werden nun hoffentlich noch andere seiner Werke neu übersetzt und aufgelegt.

(Herzlichen Glückwunsch)

Mein Grossvater und Rilke

Ich weiss eigentlich gar nicht mehr, weshalb ich im Internet über Rilke Informationen suchte. Auf jeden Fall stiess ich bei den Recherchen auch auf seine Aufenthaltsorte und erfuhr so, dass er in der Schweiz einige Monate im Schloss Berg zu Gast war. Da machte es bei mir sofort Klick. Könnte es sein, dass mein Grossvater zur gleichen Zeit im Schloss Berg gearbeitet hat? Das wollte ich natürlich etwas genauer wissen, deshalb fragte ich meine Mutter, ob sie wisse, dass Rainer Maria Rilke einige Zeit im Schloss Berg wohnte. Ihre Antwort kam ziemlich lapidar:“Ja, natürlich, der war sehr bekannt mit Frau Bühler.“ Das war die Frau des Oberst Bühler, der damals mit seiner Familie in diesem schönen Haus wohnte und mein Grossvater war unter anderem sein Chauffeur, half bei der Feldarbeit mit und betreute die Pferde.

mein Grossvater

Schloss Berg – Vorderansicht

Allerdings stellte sich heraus, dass sie sich wohl nicht begegnet sind, denn Rilke hielt sich dort 1921 auf, mein Grossvater ca. 1924, also drei Jahre später. Ich wusste dass es Fotos aus jener Zeit gibt und meine Mutter brachte diese und noch viele mehr vorbei. Dabei erzählte sie mir einige andere Geschichten, auch von den Ur- und Ururgrosseltern, was ich immer sehr spannend finde.

Ich zeige euch gerne, wo Rilke sowie auch mein Grossvater, für eine Weile ein und aus gingen, d.h. mein Grossvater wahrscheinlich eher in den Nebengebäuden. Wer weiss, vielleicht sind sie sich ja doch einmal begegnet 😉

Schloss Berg

Frau Bühler mit ihren Kindern hinter dem Schloss

Offener Brief an Gabriel García Márquez

Da lese ich dieser Tage in der Zeitung, dass Sie an dieser fürchterlichen Krankheit leiden, die jede Familie ereilen kann – Demenz. Sie machte auch nicht vor Ihnen halt. Und deswegen dürfen wir auch keine neuen Werke mehr von Ihnen erwarten, was mich sehr traurig macht.

Ich bin sehr froh, dass Sie Ihr Jurastudium nicht beendet haben, um Anwalt zu werden. Unter Umständen wäre die Literaturwelt um einige Meisterwerke ärmer. Statt der Juristerei haben Sie sich für Poesie und Literatur interessiert und unter anderem haben Sie sich mit den Werken von Ernest Hemingway und William Faulkner beschäftigt. Das kann ich nur allzu gut nachvollziehen, denn die Bücher dieser zwei Autoren sind auch stark in meinem Bücherregal vertreten. Ich könnte eigentlich alle nebeneinander auf das gleiche Bord stellen. Wäre interessant zu hören, was der Farmer Anse (Faulkner) mit dem alten Mann (Hemingway) und dem Schiffbrüchigen (García Márquez) so zu bereden hätten. Mit Haifischen haben zwei von den Teilnehmern ja Erfahrung, mit Wasser sogar alle drei.

Ich kam als junge Frau erstmals mit einem ihrer Bücher in Berührung. Ich erinnere mich sehr gut, welches Werk ich als erstes von Ihnen gelesen habe: „Bericht eines Schiffbrüchigen“. Ein packendes Buch, das ich kaum aus den Händen legen konnte. Es zeugt von höchster Schreibkunst, wenn man einen Leser an die Lektüre fesseln kann, mit nur gerade einem Protagonisten, ein wahres Kammerspiel. Eindrücklich haben Sie nach der Rettung eines Matrosen, der tagelang auf einem Floss im Ozean trieb, dessen Erzählung zu Papier gebracht. Mit diesem Bericht hatten sie mich bereits in der Tasche.

Dann las ich „Hundert Jahre Einsamkeit“. Die Familiengeschichte der Buendias in Macondo wurde Weltliteratur. Dafür haben Sie zu Recht 1982 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Auch für Politik haben Sie sich interessiert und sich auch rege engagiert. Sie wurden sogar ein guter Freund von Fidel Castro. Dass Sie als Journalist gearbeitet haben, kommt in der Reportage „Das Abenteuer des Miguel Littín“ zum Audruck. Denn zuerst haben Sie den Exilchilenen Miguel Littín eine Woche lang interviewt, bevor sie das Buch, über dessen heimliche Filmaufnahmen in seiner Heimat Chile während der Pinochet-Diktatur, geschrieben haben. Etliche Ihrer Romane dienten als Filmvorlage, so auch „Chronik eines angekündigten Todes“ mit Rupert Everett, Ornella Muti und Irena Papas. Allerdings hat mir die Verfilmung nicht ganz so gut gefallen wie das Buch. „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ fand ebenfalls einen Regisseur und wurde mit Javier Bardem in der Hauptrolle verfilmt. Und ich muss Ihnen etwas gestehen. Ausgerechnet diesen Roman habe ich nicht gelesen, obwohl es zu den bedeutendsten Werken des 20. Jahrhunderts gehört. Entschuldigung – ich werde das noch nachholen.

Da Sie auch viele Erzählungen geschrieben haben, liess ich mir von Jan Josef Liefers „Das Leichenbegräbnis der Grossen Mama“ als Hörbuch vortragen. Für mich sind und bleiben Sie der Erzähler ganz grosser Geschichten. Südamerika bietet sich ja förmlich an für spannende Momente und intensive Gefühle. Man kann förmlich ertrinken zwischen den Buchseiten Ihrer Werke. Ihre Freunde nennen Sie Gabo. Für mich sind Sie ebenfalls ein guter Freund geworden, denn viele Stunden in meinem Leben haben Sie mich mit Ihren Büchern verzaubert.

Wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich Sie, zusammen mit Ihrem ägyptischen Schriftsteller-Kollegen Nagib Machfus, den ich ebenfalls sehr verehre, an meinen Tisch einladen, um mit Ihnen beiden über Gott und die Welt zu plaudern und um weiteren Erzählungen zu lauschen. Aber eben ….

Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und ich danke Ihnen für all die schönen Lesemomente, die Sie mir und Millionen Lesern auf dieser Welt mit Ihren Werken beschert haben.

Ihre buechermaniac

Happy Birthday Carson

Heute wäre Carson McCullers 95 Jahre alt geworden. Zur Zeit wird sie von einigen Lesern entdeckt und wiederentdeckt. Das finde ich schön. Neben so namhaften amerikanischen Grössen wie William Faulkner, Ernest Hemingway, Scott F. Fitzgerald und vielen mehr, hat auch Carson McCullers ein Recht, erwähnt zu werden. Sie hat nicht viele Romane veröffentlicht, aber wenn man sich mit ihrem Leben befasst, weiss man, dass sie bereits im jungen Alter von gerade einmal dreiundzwanzig Jahren ihren ersten Schlaganfall erlitten hat, auf den noch zwei weitere folgen sollten. Diese Tatsache machte ihr Leben nicht einfacher.

Ich möchte nicht weiter auf die Biographie der Autorin eingehen, das kann jeder im Internet nachlesen, aber ich bin auf eine interessante Liste ihrer Bücher gestossen. Gerade weil sie oft ans Bett gefesselt war, hatte sie ausreichend Zeit auch andere Autoren zu lesen und hier sind zehn Werke, die sie sehr geschätzt hat:

War and Peace (Krieg und Frieden) Leo Tolstoi
The Idiot (Der Idiot) Fjodor Dostojewski
My Life (Mein Leben) Isadora Duncan
Dubliners (Dubliner) James Joyce
Tender is the Night (Zärtlich ist die Nacht) F. Scott Fitzgerald
Beast in the jungle (deutscher Titel unbekannt) Henry James
Out of Africa (Jenseits von Afrika) Tanja Blixen
Black Boy (Ich, Negerjunge: die Geschichte einer Kindheit und Jugend)  Richard Wright
Swann’s Way (Unterwegs zu Swann) Marcel Proust
Where Angels Fear to Tread (Engel und Narren) E. M. Forster

Das sind alles Klassiker der Weltliteratur. Kennt ihr sie und habt ihr das eine oder andere dieser Werke auch gelesen?

An dieser Stelle:“Happy Birthday Carson und ich hoffe du freust dich so wie auf dem Foto, dass uns deine Bücher nach wie vor begeistern“