Joyeux anniversaire Monsieur Camus

Provence 2011 409

Heute wäre er 100 Jahre alt geworden – Albert Camus. Und hier habe ich ihn gesucht und nicht gefunden. In Lourmarin, einem wunderschönen Städtchen in der Provence hat er zuletzt gelebt und auch seine letzte Ruhe gefunden, nachdem er am 4. Januar 1960 bei einem tragischen Autounfall, gerade 47 Jahre alt, ums Leben kam.

„Das Leben verlieren ist keine große Sache; aber zuschauen, wie der Sinn des Lebens aufgelöst wird, das ist unerträglich.“

(Albert Camus , französischer Schriftsteller und Philosoph, 7. November 1913 – 4. Januar 1960)

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Der Spaziergang

„Sanft und leise fing es an zu regnen, wodurch das zarte Land noch zarter und stiller wurde. Mir war es, als weine es, und während ich Blumen sammelte, horchte ich auf das leise Weinen, das auf die Blätter herabrieselte. Warmer, schwacher Sommerregen, wie bist du süss!“

Aus „Der Spaziergang“ von Robert Walser (15.04.1878 – 25.12.1956)

Weihnachtsbaum

„Emily hatte sich den Baumkauf nicht bloss aufgespart, weil sie Hilfe brauchte, sondern auch weil sie dachte, es würde ihnen Spass machen, sich als Familie darum zu kümmern. Sie hatte sich vorgestellt, wie sie im Schnee durch das Labyrinth aus wohlriechenden Waldkiefern und Blautannen stapften, ihre Lieblingsbäume auswählten und dann abstimmten, wie es die Kinder immer getan hatten, als sie noch klein waren, doch es war sonnig und fast zehn Grad warm, und sie hatten zu lange gewartet. […] Die Frage lautete nicht, welchen sie auswählen sollten, sondern ob es überhaupt sinnvoll war, einen davon zu nehmen, und obwohl Emily sich nach Hilfe umsah, fiel ihr die Entscheidung zu, da sie die Leiterin dieser schlecht durchdachten Unternehmung war.“

Aus „Emily, allein“ von Stewart O’Nan

Und da Weihnachten wieder einmal frühlingshaft und ohne Schnee ausfällt, wenigstens noch ein bisschen Schnee per Foto, den ich gestern gesehen habe.

Tannenbaum

50. Todestag von William Faulkner

 

„Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.“

William Faulkner (amerikanischer Schriftsteller, 25.09.1897 – 06.07.1962)

Dieses Zitat trifft ziemlich genau auf mich zu. Mein Interesse für ein Buch ist geweckt, wenn mich der erste Satz, auf irgendeine Weise, gepackt hat.

Heute ist der 50. Todestag des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner, deshalb lese ich zurzeit seinen Roman „Als ich im Sterben lag“. Der Titel klingt für mich schon einmal interessant. Faulkner fand ich nie einfach zu lesen, trotzdem klemme ich mich hinter ein weiteres Buch dieses Autors. Bei einem Aufenthalt in New Orleans, lernte Faulkner 1925 auch den Schriftsteller Sherwood Anderson, der definitiv hoch in meiner Gunst steht, kennen. Anderson animierte Faulkner dazu, über seine ländliche Heimat zu schreiben. Doch die Freundschaft zwischen den beiden Autoren zerbrach wieder, denn Faulkner parodierte in seinem Buch „Sherwood Anderson and other famous Creoles“, den Schreibstil Andersons. Darauf kündigte Anderson seine Freundschaft zu Faulkner auf. William Faulkner, der gerne Reit- und Jagdausflüge machte, starb an einem Herzinfarkt, den eine Thrombose, im Zusammenhang mit einem Reitunfall ausgelöst hatte.