Frohe Weihnachten

Weihnachtsbeleuchtung

Weihnachtslied

Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken,
in märchenstiller Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich nieder,
anbetend, staunend muß ich stehn,
es sinkt auf meine Augenlider,
ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm

Ich wünsche allen recht frohe Weihnachten, geniesst die Feiertage und allen Leseratten wünsche ich natürlich viele Büchergeschenke 😉

Frühlingslied

Maiglöckchen

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.
Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748 – 1776)

Das Osterei

Ostern

Hei, juchhei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
Und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt,
Endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei! dort ein Ei!
Bald sind’s zwei und drei.
Wer nicht blind, der gewinnt
Einen schönen Fund geschwind.
Eier blau, rot und grau
Kommen bald zur Schau.
Und ich sag’s, es bleibt dabei,
Gern such‘ ich ein Osterei:
Zu gering ist kein Ding,
Selbst kein Pfifferling.

(Hoffmann von Fallersleben, 1798 – 1874)

Frohe Ostern!

Frühlingsnacht

Blüte

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn, Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt´s schon an zu blühn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir´s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen`s,
Und in Träumen rauscht`s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen`s:
Sie ist Deine, sie ist Dein!

Joseph von Eichendorff

Auf ein Neues

Feuerwerk

Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
Ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

Ich wünsche allen ein erfolgreiches und glückliches 2014!

Ich hoffe, dass wir uns auch in diesem Jahr öfters hier begegnen werden. Leider ist mein Lesejahr 2013 etwas mager ausgefallen und ich habe relativ wenige literarische Momente mit euch teilen können, da mich das vergangene Jahr beruflich stark gefordert hat und ich keine Kraft hatte, in meiner Freizeit noch zu bloggen. Deshalb war es teilweise etwas ruhig hier auf der „Lesewelle“. Schön wäre es, wenn ihr trotzdem öfters vorbeischauen würdet, denn ich hoffe sehr, dass bei mir auch wieder bessere Zeiten anbrechen.

Herzlich buechermaniac

Weihnachtsgrüsse

Draussen sieht es eher aus, als würden nächstens die Tulpen ihre Spitzen zeigen. Wir sind, zumindest in unseren Breitengraden, weit entfernt von White Christmas und Leise rieselt der Schnee. Wie oft habe ich mich schon geweigert, dieses Lied am Weihnachtsabend zu singen – genau, mangels Schnee.

Vor drei Wochen hätten wir das Weihnachtsfest feiern sollen, da war die Stimmung angemessen. Deshalb setze ich eines dieser weihnachtlichen Bilder hierhin und tue so, als ob…

Einen Tannenbaum gibt es nicht in unserem Wohnzimmer, ausser viele Kerzen, Teelichter und natürlich ein Weihnachtsgesteck. Die so reich geschmückten Bäumchen müssen nach einigen Tagen bereits wieder als dürre Bäumchen rausgebracht werden, sonst drohen unter Umständen unvergessliche Weihnachten. Christian Morgenstern hat es in seinem „Weihnachtsbäumlein“ auf den Punkt gebracht:

Tannenbäume

Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:

Das war am Weihnachtsfest so grün,
als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
die grünen Nadeln warn verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.

Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm –
Hei! Tat‘s da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest!

Herbstlied

Herbst_1

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Friedrich Hebbel, 1813 – 1863, deutscher Dramatiker und Lyriker)