Libysche Schriftsteller

Der Machthaber in Libyen ist gefallen. Es war schon immer ein spezielles Land, nicht das Reiseland für Pauschaltouristen. Als ich in Südalgerien, in der Sahara unterwegs war, haben wir nur einen Blick Richtung libysche Grenze geworfen. Ein Abstecher dorthin wäre unmöglich gewesen. Ohne militärische Begleitung hätte man nie in den Süden reisen können.

Nun gut, dies nur eine kleine Notiz am Rande. Auch Libyen hat seine Schriftsteller und ich möchte wenigstens drei von ihnen vorstellen, denn sie haben es verdient, gelesen zu werden:

Ibrahim al-Koni, gehört zum Volk der Tuareg und in der Wüste geboren. Es ist also nicht verwunderlich, schreibt er hauptsächlich über sein Volk in der Sahara. Er hat als Journalist gearbeitet und ging dann nach Moskau, wo er Literatur studiert hat. Heute lebt er in der Schweiz und sein neuester Roman heisst „Das Herrscherkleid“. Ich hatte vor vielen Jahren das Vergnügen, diesen symphatischen Schriftsteller, an einer Lesung, kennen zu lernen.

Hisham Matar, ist in New York geboren, wo sein Vater als Diplomat arbeitete. Als sein Vater vom libyschen Regime abschwor, ging die Familie nach Kairo. Von hier wurde Matars Vater vor 21 Jahren entführt und ist bis heute verschwunden. Hisham Matar hat „Im Land der Männer“, das die Geschichte aus der Sicht eines Jungen erzählt, die im Jahre 1979 angesiedelt ist, geschrieben. Dieses Buch kann ich sehr empfehlen. Der zweite Roman ist erst kürzlich erschienen „Geschichte eines Verschwindens“, das sicher  autobiographische Züge trägt.

Kamal Ben Hameda, ist in Tripolis geboren, bereits mit zwanzig Jahren verliess er seine Heimat, studierte in Südfrankreich und lebt heute als Schriftsteller und Jazzmusiker in den Niederlanden. Von ihm ist erst vor einem Monat der Roman „Sieben Frauen aus Tripolis“ erschienen.