Logbuch I zu Milas Wanderbuch

Ahoi, ich melde mich schon wieder.

Das war ja ein ganz fantastischer Tag. Ich bin zur richtigen Zeit hier in der Schweiz angekommen. Buechermaniac hat mich am Samstag nach Zürich mitgenommen. Meine Mama Mila hat ja vergessen, mir warme Schuhe einzupacken. Da hat buechermaniac gesagt: “ Kein Problem, dann packe ich dich schön warm in den Rucksack ein.“

Guckt mal!

Sie ist mit mir mit dem Fahrrad den Berg runter gesaust und dann haben wir den Zug nach Zürich bestiegen. Der Bahnhof in Zürich ist toll, da ist ganz schön viel Betrieb und Züge fahren überall hin.

In der Halle hängt sogar Kunst, ein ganz schöner Engel von Niki de Saint Phalle. Der soll sicher die Reisenden beschützen.

Dann sind wir die Bahnhofstrasse hinaufspaziert, eine der teuersten Einkaufsstrassen der Welt. Und beim Rennweg hat mir buechermaniac eine ganz alte Metzgerei gezeigt, die es schon seit 1874 gibt. Dort hat sie immer mit ihrer Mama Fleischkäse eingekauft, das ist der beste, den es gibt, sagt sie. Ach so, Fleischkäse ist Leberkäse, ja, ja, ich lerne hier ganz neue Dinge 🙂

Und dann sind wir an einem sehr schönen Haus vorbeigekommen, mitten in der Altstadt, da wohnte Johann Caspar Lavater (Pfarrer, Philosoph und Schriftsteller) und Goethe war auch bei ihm zu Besuch. Um die Ecke gibt es gleich noch eine Robert Walser-Gasse. So viel Literatur, wenn das nicht auf mich abfärbt!

Dann standen wir auf dem Platz St. Peterhofstatt vor dem St. Peter, der hat das grösste Zifferblatt von Europa.

Und auf dem gleichen Platz gibt es auch noch eine ganz alte, schöne Buchhandlung, Beer, die gibt es auch schon seit 1832. Dort war es schön ruhig, nur die alten Holzdielen knarrten.

Ja, ja, buechermaniac hat wieder Bücher gekauft, darum heisst sie ja auch so, ein kleines Buch über Joseph Roth, den mag sie sehr und einen Roman von Charles Dickens „Grosse Erwartungen“. Das Werk wird als das vollkommenste und in sich geschlossenste von diesem grossen Schriftsteller angesehen. Der Buchhändler hat ihr die Ausstellung empfohlen, aber da wollten wir sowieso hin.

An einem Haus, wo Winston Churchill auf dem Balkon stand, kamen wir auch noch vorbei. Dann hat sie mir noch das Fraumünster gezeigt. Im Kreuzgang der ehemaligen Abtei gibt es wunderschöne Bilder.

In der Kirche durfte buechermaniac die Chagall-Fenster nicht fotografieren, darum hat sie eine Ansichtskarte gekauft. Dann sind wir endlich ins Museum Strauhof marschiert. Es gibt in diesem Museum immer vier Ausstellungen pro Jahr, nur über Literatur. Dort hat buechermaniac die Ausstellung über Charles Dickens angesehen. Ich glaube es hat ihr sehr gefallen, aber das wird sie euch sicher noch berichten.

Nach der Ausstellung hatte sie ganz schön Hunger. Zuerst waren wir in der Confiserie Sprüngli, viele Touristen gehen da hinein; lecker, sooo schöne Patisserie, Pralinés und Truffes.

Nachher sind wir an einem Haus vorbei gekommen, dort hat sie gelächelt, weil es das Musikgeschäft immer noch gibt, wo sie früher Platten gehört und gekauft hat. Sonst hat sich sehr viel verändert in den letzten Jahren. Läden werden eröffnet und wieder geschlossen.

Zum Löwensteig (erbaut 1884)

Überall sassen Menschen in den Strassencafés und hatten Freude am schönen Wetter. Schaut doch mal, wie der See glitzert.

Eigentlich wollte buechermaniac am Bellevue beim „Vorderen Sternen“ eine Grillwurst mit Brot kaufen, aber die Leute standen Schlange, weil es dort die besten Würste gibt. Dann ist sie nach nebenan, wo es ganz feine Sandwiches gibt. Als wir zum Bahnhof Stadelhofen liefen, kam gleich ein Zug und wir konnten sofort einsteigen und heimfahren. Das war aber Timing, wunderbar 🙂

So ich muss aufhören, buechermaniac muss auch noch etwas schreiben und dann will sie in mir weiterlesen, sonst schafft sie mich nie in einer Woche. Ich korrigiere mich, sie hat schon die Hälfte des Buches hinter sich. Es gefällt ihr gut, hat sie erwähnt. Die ist aber flott unterwegs, will mich wohl los werden?! Meldet euch auch einmal bei mir, sonst bleibe ich nämlich hier und kann gar nicht weiter oder muss gleich zu meiner Mama zurück. Ich möchte ihr doch aber so viel von der weiten Welt berichten, also los, nicht so schüchtern. Ihr schreibt ja sonst auch zu allem einen Kommentar 😉

Tschüss bis zum nächsten Mal